Veröffentlicht am von Lena Schubert
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Die Alpenüberquerung ist für viele Wanderbegeisterte ein großer Traum. Ein Paar aus Lippetal-Herzfeld hat diesen Traum auf eine besondere Art und Weise verwirklicht, indem es die jahrhundertealte Tradition des Säumens wiederbelebt hat. Mit zwei Mulis, Carlos und Schorsch, meisterten Hannah Rennebaum und Thorben Philipper die Herausforderung, in drei Tagen 50 Kilometer zu wandern.
Säumen, das Wandern mit Packtieren, könnte als eine der ältesten Formen des Reisens angesehen werden. Diese Tradition, die in vielen Regionen über Jahrhunderte praktiziert wurde, ermöglicht es den Wanderern, ihre Ausrüstung bequem von den Tieren tragen zu lassen. Hannah und Thorben haben nicht nur das Wandern mit ihren Mulis wiederentdeckt, sondern sich zudem einen Leistungsnachweis in Silber für Säumer erarbeitet. „Es war eine einmalige Erfahrung, die viele Herausforderungen mit sich brachte“, beschreibt Rennebaum ihre Erlebnisse während der dreitägigen Tour.
Die Faszination für das Säumen wird in den Augen der beiden sichtbar, wenn sie von ihren Erlebnissen erzählen. Denn nicht nur die körperliche Herausforderung des Wanderns, sondern auch die Interaktion mit den Tieren macht diese Art des Reisens so besonders. Die Begeisterung der Passanten für die Mulis brachte zusätzliche Motivation für das Paar, das gemeinsam mit seinen treuen Begleitern das Ziel vor Augen hatte.
Mulis sind eine besondere Kreuzung aus Pferd und Esel, bekannt für ihre Robustheit und ihr Vertrauen zu Menschen. Hannah und Thorben entschieden sich bewusst für diese Tiere: „Sie besitzen die besten Eigenschaften beider Arten“, erklärt Rennebaum. Mit einem Stockmaß von 1,70 und 1,50 Metern sind Carlos und Schorsch nicht nur beeindruckend, sondern auch ideale Packtiere. Während der Tour brachten die beiden Mulis nicht nur ihr Gepäck, sondern auch eine Portion Freude und Lebendigkeit, die das Wandererlebnis bereicherte.
Die Neugier der Menschen entlang des Weges zeigt, wie sehr diese Tiere das Interesse und die Herzen der Menschen gewinnen können. Passanten waren zumeist begeistert von den Mulis und der Idee des Säumens, was die Wanderung des Paares zusätzlich versüßte.
Die Wanderung von Lippetal-Herzfeld über Büninghausen bis nach Welver-Scheidingen stellte das Paar vor einige Herausforderungen. Insbesondere das wechselhafte Wetter hatte es in sich; die warmen Temperaturen an den letzten beiden Tagen forderten Mensch und Tier. „Am Wetter kann man ja nichts ändern“, schmunzelt Rennebaum und blickt auf die Anstrengungen zurück. Die Abkühlung durch kalte Getränke und kleine Snacks war sowohl für die Wanderer als auch für die Mulis ein willkommener Erfrischungsfaktor.
Trotz der strapaziösen Bedingungen fühlten sich Hannah und Thorben in der Natur sehr wohl. Besonders die Abschnitte durch den Wald in Welver zogen die beiden in ihren Bann und bleiben als schönster Teil der Tour in Erinnerung. Es war die perfekte Kulisse für die Rückbesinnung auf die alte Kunst des Wanderns mit Packtieren und verdeutlichte, wie sehr die Natur das Erlebnis bereichern kann.
Mit der erfolgreichen Bewältigung der 50 Kilometer hat das Paar neue Pläne geschmiedet. Neben dem Ziel, den Leistungsnachweis in Gold zu erlangen, träumen sie davon, eines Tages die Alpen mit ihren Mulis zu überqueren. Dieses ambitionierte Ziel steht für den künftigen Weg des Abenteuers und die Sehnsucht nach neuen Herausforderungen.
Hannah und Thorben sind fest entschlossen, ihre Leidenschaft für das Säumen weiter auszubauen und ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen. Die Tradition des Wanderns mit Packtieren könnte somit nicht nur für sie, sondern auch für viele andere Wanderbegeisterte eine Renaissance erleben. Das Paar sieht sich als Botschafter dieser alten Kunst und möchte die Faszination des Säumens für kommende Generationen bewahren.
Quelle: https://www.soester-anzeiger.de/lokales/welver/welver-wandern-wie-frueher-50-kilometer-in-drei-tagen-mit-mulis-unterwegs-saumen-93883113.html
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